Rückenlage vs. Seitenlage – Plötzlicher Kindstod?

Immer wieder gibt es neue Studien mit Ergebnissen darüber, wie Eltern das Risiko des plötzlichen Kindstodes verringern können. Eine dieser Risikominimierungen ist die ausschließliche Rückenlage das Kindes in der Nacht. Noch vor zwei Jahrzehnten galt die Seitenlage als das Optimum.

Bisher konnte unser Baby ganz gut auf dem Rücken schlafen, dachten wir. Die nächtlichen Geräusche schoben wir auf die allgemeinen Babygeräusche und auch die nächtlichen Zappeleien führten wir auf die unkoordinierten alltäglichen Bewegungen des Babys zurück.

Doch seit einigen Tagen kann der kleine Wurm gar nicht mehr auf dem Rücken schlafen. Jedenfalls nicht länger als eine halbe Stunde. Hat er die Rückenlage in den ersten 10 Wochen noch ertragen, so steigt die Zahl der Unmutsbekundungen mit jedem Tag, den er sein Stimmchen übt, weiter an. An Nachtruhe ist somit auch für uns nicht zu denken.

Meine Mutter meinte daraufhin zu mir, ich solle ihn doch mal auf die Seite legen, da er dann auch die Beinchen bei Bauchschmerzen und zum pupsen besser anziehen könne. Aufgrund der Informationen aus dem Krankenhaus und der Hebamme war ich zunächst skeptisch, denn die müssen es ja wissen, dachte ich mir.

Doch zwei weitere Nächte mit wenig Schlaf ließen mich schließlich kapitulieren. Ich drehte den Kleinen auf die Seite und keine zwei Sekunden später schlief er leise und friedlich bis zur nächsten Hungerattacke.

Wie kann das sein?

Im Rückbildungskurs fand ich dann den Gedankenanstoß. Die Hebamme sagte uns, wir sollten die Kleinen nicht in die Sofaecke „knietschen“ damit sie besser sehen können und so am Alltag teilnehmen können, da die Wirbelsäule der Babys noch nicht die typische Doppel-S-Form von uns Erwachsenen aufweist, sondern eine Bogenform aufweist.  Auch sind die Knochen noch nicht stabil genug sind um das Gewicht des Babys tragen zu können.

Wenn die Wirbelsäule also eine Bogenform beschreibt und ich mein Kind permanet auf den Rücken lege (beim Schlafen, Spielen, überhaupt, so lange es sich nicht drehen kann), dann befindet sich das Kind nach logischem Denken ständig in einer Überstreckung. Lege ich es jedoch auf die Seite, so kann es sich bei Bedarf in der für ihn bequemen und aus dem Mutterleib bekannten Embryonalstellung zusammenrollen oder durch strampeln die Darmtätigkeit anregen.

Ein Umkippen auf den Bauch wird durch den unten liegenden Arm erschwert und kann auch durch eine zusammengerollte Decke oder Handtuch verhindert werden. Wichtig bei der Seitenlage ist eine Rückenstütze, wahlweise die Begrenzung des Bettes oder auch ein gerolltes Handtuch, so dass das Baby auch wirklich auf der Seite liegt und nicht halb verdreht auf dem Rücken

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